dankeskarte

Jahresbericht 2024
Verein „Tierra-Vida“

Auch im Jahr 2024 hat sich der Verein «Tierra-Vida» für die Förderung von Begegnung, Dialog, Natur, Ruhe, Heilung und Frieden eingesetzt. In Zeiten globaler Herausforderungen durch zahllose Konflikte, Kriege und den Klimawandel leisteten wir einen wichtigen Beitrag in Kolumbien, Afrika und Europa für EINE gerechte, gewaltfreie und hungerlose Welt.

Vorstand
Der Vorstand traf sich 2024 zu drei Sitzungen: am 29. Januar online via Zoom, am 16. März in Olten zur 23. Mitgliederversammlung und am 28. September in Bern mit Amadeo Eberle. Mit Martin Nussbaumer aus Innsbruck konnten wir ein engagiertes neues Mitglied begrüssen. Der Vorstand besteht nun aus Christoph Mani, Martin Nussbaumer, Michi Reiterer und Hannah Schlotterbeck (alle Kollektivleitung). Michi Reiterer, der seit Oktober 2023 in Kolumbien lebt, übernimmt primär die Korrespondenz mit Amadeo Eberle vor Ort und unterstützt aktiv das Projekt Finca «El Bosquecillo».
Ein besonderer Dank gilt Andreas Berger, der im dritten Jahr die Kassier-Funktion erfolgreich weiterführt, und Maurin Oberholzer für die Begleitung der Solidaritätsgruppe St. Theresia in Allschwil.
Die Jahresrechnung für 2023 fällt auch dieses Mal positiv aus. Dies ermöglicht es uns, unsere Projekte weiterhin nachhaltig zu fördern. Dafür möchte sich der Vorstand im Namen des Vereins «Tierra-Vida» bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern herzlich bedanken.

Verein
Der Verein setzt die Spendengelder gezielt ein, um die wertvolle Arbeit von Padre Amadeo Eberle mit der Finca «El Bosquecillo» in Cali, Kolumbien, zu unterstützen. Zusätzlich erhält das «Casa Cultural Tejiendo Sororidades» in Meléndez , Cali (www.tejiendosororidades.org), das seit vielen Jahren eng mit Amadeo verbunden ist, Beiträge zur Förderung von Frauen- und Kinderprojekten. Auch zwei Projekte in Afrika werden weiterhin gefördert: das «Kondwa-Zentrum für Waisen» in Lusaka, Sambia, und das Strassenkinder-Projekt «Khayalethu» der AAB in Südafrika. Die Finanzierung der Afrika-Projekte erfolgt durch die Solidaritätsgruppe St. Theresia, eine Gruppe von engagierten Allschwilerinnen und Allschwiler innerhalb unseres Vereins, die jährlich Unterstützungsgesuche bei der Kirchgemeinde Allschwil einreicht.
Unsere Einnahmen verdanken wir hauptsächlich der grosszügigen Unterstützung von Spender*innen, unseren Mitgliedern sowie Beiträgen aus Geburtstagsgeschenken, Gottesdienst-Kollekten und «Blumenspenden» im Rahmen von Abdankungen.
Für die persönliche Verdankung der Spenden engagiert sich seit vielen Jahren Elisabeth Z’graggen. An dieser Stelle möchten wir ihr herzlich für ihre grossartige Unterstützung danken – ¡Muchas Gracias, Elisabeth!
Die Kommunikation nach aussen, sei es an Spender*innen, Freund*innen oder Interessierte, erfolgt über unsere Website: www.finca-elbosquecillo.org, mit dem halbjährlichen «Tierra-Vida-Infos»-Mail und dem jährlichen Versand des Weihnachtsrundbriefs im Namen der Stiftung «Tierra Nueva-Vida Nueva».

Stiftung „Tierra Nueva-Vida Nueva“ mit FincaElBosquecillo in Cali, Kolumbien
Im Jahr 2024 war die Finca «El Bosquecillo» ein Ort des Aufschwungs. Trotz der anhaltenden Hitzewelle im ersten Halbjahr 2024, die das Leben in Kolumbien und ganz Südamerika erheblich erschwerte, herrschte im «Bosquecillo» eine rege Dynamik mit vielen frischen und altbekannten Gesichtern. Die ganze Finca-Familie – mit Milena und Daniel mit Dylan, Edi und Joanna mit Overman, William, Amadeo, Manuela, Michi, Rafael und neu auch mit der Partnerin Indirana und ihrem neugeborenen Kind Hannah – hat sich hervorragend eingelebt. Es läuft sehr vieles im «Bosquecillo» und auch die Besucher*innen und Gruppendynamiken sind zahlreich. Im Jahr 2024 besuchten insgesamt 639 Menschen die Finca (49 Personen mehr als im Vorjahr). Davon kamen 545 Personen in Gruppen, 74 Personen im Familienkreis und 20 Einzelpersonen. März (261 Personen), Juli (97 Personen) und Dezember (93 Personen) sind die Monate mit den meisten Besucher*innen.
Folgende Infrastrukturprojekte wurden erfolgreich umgesetzt: Das Eingangstor und die Kompostieranlage zur Herstellung von hochwertigem Bio-Humus wurden komplett erneuert, Schrammborde an der Zufahrtsstrasse ergänzt und die über dreissig Jahre alten Abwasserleitungen der zwei Gästebäder im «Grossen Haus» ersetzt. Weiter wurde das gesamte Finca-Grundstück mit allen Wasser-, Elektro- und Kanalisationsleitungen aufgenommen und in Plänen verortet. Zukünftige Bau- und Unterhaltsarbeiten sowie die Raum- und Landwirtschaftsplanung des Landstücks werden dadurch erleichtert und können gesamtheitlich betrachtet werden. Ein Plan zur Orientierung der Besucher*innen bezüglich Aktivitäten und Möglichkeiten der Finca wurde ebenfalls erstellt und steht allen zur Verfügung.
Ein besonderes Highlight war, dass erstmals unser eigener biologischer Kaffee professionell geröstet wurde. Das Aroma, dieses mit Liebe und Sorgfalt gepflanzten und gepflückten Kaffees, schmeckt einfach wunderbar.

Die Weiterentwicklung der Finca wird aktiv begleitet. Die Aufteilung der verschiedenen Aufgaben sowie die Weiterführung der Grundüberzeugungen von Gewaltlosigkeit und Respekt gegenüber allem Leben sind Thema im Vorstand in Kolumbien sowie auch im «Bosquecillo». Rosalba Murillo (Finanzberaterin), hat die Lohnbuchhaltung von María Elena übernommen und Michi Reiterer unterstützt das Team vor Ort, bei gemeinsamen Sitzungen, bei der Jahresplanung, bei der Inventarisierung und bei den Gruppenbesuchen auf der Finca. Amadeo fühlt sich durch die Übergabe verschiedener Aufgaben an Rosalba und Michi bereits etwas entlastet und ist nach wie vor fit und motiviert, das «Bosquecillo» weiterhin zu leiten und zu unterstützen.

An dieser Stelle möchten wir Amadeo Eberle herzlich DANKEN für seine grosse Arbeit, Mühe, Energie und Zuwendung an das Herzensprojekt «Bosquecillo» mit den vielen Menschen, Freundinnen und Freunden.

„Strassenkinderprojekt Khayalethu“ in Südafrika
Strassenkindern eine Zukunftsperspektive ausserhalb des Überlebenskampfes in den Volksvierteln zu geben, ist das erklärte Ziel dieses Projektes. Mit Zwischenberichten aus Chur von Chris Fannin (Präsident von AAB: http://aab-suedlichesafrika.ch/news) erfahren wir regelmässig von den schwierigen Umständen, aber auch von Brücken zwischen den Kindern, ihren Familien und Dorfgemeinschaften, und wie Abstand von Drogen und Kriminalität erreicht wird. Chris Fannin besuchte im Oktober 2024 verschiedene Projekte vor Ort und war sehr überrascht von der stark wachsenden Frauengruppe, welche erst vor einem Jahr gegründet wurde und inzwischen 57 Teilnehmerinnen in fünf Untergruppen umfasst. Die Frauen erzielen Einkommen durch den Verkauf von Eiern, Gemüse und Seife, haben ihre Startkredite zurückgezahlt und verdienen bereits eigenes Geld. Ein Familieneinkommen ist für das Wohlergehen der Kinder bedeutend. Neben wirtschaftlichem Erfolg fördern Gemeinschaftssinn und Solidarität das Wohl der Familien und verhindern die Abwanderung in die Städte und somit auf die Strasse. Aufgrund dieses Erfolgs wurden weitere Projekte zur Einkommensgenerierung gestartet.

„Kondwa-Zentrum für Waisen“ in Lusaka, Sambia
Vereinsmitglied Erich und Rosmarie Friemel, die 2006–2008 im Kondwa-Zentrum tätig waren, informieren uns regelmässig über die Situation in Sambia sowie über den Austausch des Unterstützungsvereins «Kondwa-Sambia» mit den Projektverantwortlichen. Mangels neuer Mitglieder und aufgrund des Alters der Gründergeneration, sieht sich der Verein leider mit «auslaufender» Tendenz. Die vorhandenen Mittel sollten die Projekte im bisherigen Rahmen für weitere 3 oder mehr Jahre sicherstellen. Die Familie Malik informierte im Sommer 2024, dass sie 475 Kinder bei der PaKachele-Schule und 70 Kinder bei der Kondwa-Tagesstätte betreuen konnte. Für die Schule war es die höchste Anzahl, die sie je hatten. Laufende Informationen können unter  (www.kondwa.org) eingesehen werden.

Dank
Wir möchten allen Vereinsmitgliedern, Spender*innen, Begleiter*innen und Freund*innen, die auf vielfältige Weise zum Erfolg unserer Vereinsaktivitäten beigetragen haben herzlich Danken – Danke für Eure Verbundenheit – Gemeinsam setzen wir uns ein für EINE gerechte, gewaltfreie und hungerlose Welt.

Hannah Schlotterbeck, Martin Nussbaumer, Christoph Mani, Michi Reiterer (Kollektivleitung)
Im Januar 2025